Ihre Anfrage:
Liebes New-Garden-Team,
ist bei einer Parrotia persica (Eisenholzbaum) zu befürchten, dass das eher flache Wurzelsystem im Laufe der Jahre Schäden verursacht? Konkret geht es um eine etwa 3 Meter entfernte Kellerwand sowie um einen gepflasterten Gehweg, der ungefähr 4 Meter vom Baum entfernt liegt. Können die Wurzeln mit zunehmendem Alter so kräftig werden, dass sie Mauerwerk, Kellerwand oder Pflaster anheben beziehungsweise beschädigen?
Vielen Dank für Ihre Hilfe,
Eine Kundin der Baumschule NewGarden
Unsere Antwort:
Sehr geehrte Kundin,
die Parrotia persica, auch Eisenholzbaum genannt, bildet tatsächlich ein eher oberflächennahes, weit verzweigtes Flachwurzelsystem aus. Dieses Wurzelsystem breitet sich vor allem in den oberen Bodenschichten aus und kann mit den Jahren einen gewissen Raum einnehmen. Bei der Parrotia persica bestehen die Wurzeln jedoch überwiegend aus vielen feinen, dicht verzweigten Wurzeln, die in der Regel nicht mit besonders aggressiven oder stark drückenden Wurzeln zu vergleichen sind.
Ob es im Laufe der Jahre zu Schäden an einer Kellerwand oder an einem gepflasterten Gehweg kommen kann, hängt daher weniger allein vom Baum ab, sondern vor allem vom Zustand und der Ausführung der angrenzenden Bauwerke. Eine intakte, fachgerecht erstellte Kellerwand ist in der Regel deutlich weniger gefährdet als ein bereits vorgeschädigtes Mauerwerk, und auch bei einem gepflasterten Weg spielt es eine große Rolle, wie stabil der Unterbau ausgeführt wurde. Ist der Gehweg gut gegründet und fachgerecht verlegt, ist das Risiko geringer. Bei lockeren, schlecht verdichteten oder bereits unebenen Pflasterflächen können oberflächennahe Wurzeln dagegen eher dazu beitragen, dass sich mit der Zeit leichte Anhebungen oder Verschiebungen zeigen.
Bei einem Abstand von etwa 3 Metern zur Kellerwand und etwa 4 Metern zum gepflasterten Gehweg ist nicht automatisch davon auszugehen, dass zwangsläufig Schäden entstehen. Ganz ausschließen lässt sich ein gewisses Restrisiko bei einem Gehölz mit oberflächennahem Wurzelsystem jedoch nicht, insbesondere wenn der Baum über viele Jahre ungestört wachsen kann und die baulichen Gegebenheiten empfindlich oder bereits geschwächt sind.
Um das Risiko möglichst gering zu halten, würde ich in diesem Fall vorsorglich den Einbau einer geeigneten Wurzelsperre empfehlen. Diese kann helfen, das Wurzelwachstum gezielt von der Kellerwand beziehungsweise vom gepflasterten Gehweg wegzulenken und so möglichen späteren Problemen vorzubeugen. Wichtig ist dabei, dass die Wurzelsperre ausreichend tief, stabil und fachgerecht eingebaut wird, damit sie langfristig ihren Zweck erfüllt.
Zusammengefasst: Die Parrotia persica besitzt zwar ein flaches, weitreichendes Wurzelsystem, dieses besteht aber überwiegend aus feinen Wurzeln. Das Schadensrisiko hängt vor allem vom Zustand der Kellerwand, der Qualität des Pflasterunterbaus und den konkreten Standortbedingungen ab. Mit einer fachgerecht eingebauten Wurzelsperre lässt sich das Risiko sinnvoll reduzieren.
Viele Grüße,
Maria Ketteler-Droste
Vom Team der Baumschule NewGarden
