Ihre Anfrage:
Liebes New-Garden-Team,
wir möchten unsere Terrasse neu gestalten und dabei gerne einen Schlangenhautbaum als besonderes Gestaltungselement integrieren. Die Terrasse befindet sich zwischen unserem Wohnhaus und der Garage. Zwischen den beiden Gebäuden stehen etwa acht Meter Platz zur Verfügung. Da die Fläche gepflastert werden soll, möchten wir bereits bei der Planung ausreichend Raum für den Baum und seine Wurzeln berücksichtigen.
Ist dieser Standort grundsätzlich geeignet? Besonders wichtig ist uns, dass sich das Wurzelwerk ausreichend entwickeln kann, ohne Schäden an den Fundamenten oder am Keller des Hauses zu verursachen. Reicht der Abstand zwischen Haus und Garage dafür aus, oder müssen wir bei der Auswahl und Platzierung des Baumes besondere Einschränkungen beachten?
Außerdem stellt sich uns die Frage, wie groß die offene Baumscheibe innerhalb der gepflasterten Terrasse sein sollte. Welchen Durchmesser würden Sie empfehlen, damit die Wurzeln ausreichend mit Wasser und Luft versorgt werden?
Welche Art oder Sorte der Schlangenhautbäume eignet sich für diese Situation am besten? Unser Favorit ist der Große Schlangenhaut-Ahorn. Wir haben uns auch Davids Schlangenhaut-Ahorn angesehen, vermuten aber, dass dieser für den Bereich zwischen den Gebäuden auf Dauer zu groß werden könnte. Über eine Empfehlung zur passenden Auswahl und zur Gestaltung der Pflanzfläche würden wir uns freuen.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Informationen!
Ein Kunde der Baumschule NewGarden
Unsere Antwort:
Sehr geehrter Kunde,
für die Pflanzung zwischen Ihrem Wohnhaus und der Garage ist die Auswahl eines geeigneten Schlangenhaut-Ahorns besonders wichtig. Die Wildform von Acer davidii wird für den beschriebenen Standort zu groß und ist deshalb für Ihre Terrassengestaltung nicht zu empfehlen. Ihre Einschätzung zu Davids Schlangenhaut-Ahorn trifft somit zu.
Stattdessen sollten Sie den von Ihnen favorisierten Großen Schlangenhaut-Ahorn, Acer capillipes, oder den kompakt wachsenden Acer davidii ‘Viper’ in Betracht ziehen. Diese beiden Alternativen sind für die beschriebene Situation besser geeignet als die Wildform von Acer davidii. Neben der späteren Größe des Baumes spielt allerdings auch die Gestaltung des Wurzelbereichs eine entscheidende Rolle.
Planen Sie innerhalb des Terrassenbelags eine offene Baumscheibe mit einem Durchmesser von mindestens 1,5 bis zwei Metern ein. Diese Fläche sollte bei der Pflasterplanung von Anfang an berücksichtigt werden, damit unmittelbar um den Stamm ein ausreichend großer, unbefestigter Bodenbereich erhalten bleibt. Eine lediglich kleine Aussparung im ansonsten geschlossenen Terrassenbelag wäre für die dauerhafte Entwicklung des Baumes ungünstig.
Sowohl Acer capillipes als auch Acer davidii ‘Viper’ vertragen eine Bepflasterung ihres Wurzelbereichs nur eingeschränkt. Als Flachwurzler erschließen sie vor allem die oberen Bodenschichten und reagieren empfindlich, wenn dort durch eine dichte Befestigung zu wenig Sauerstoff zur Verfügung steht. Deshalb ist nicht nur die Größe der offenen Baumscheibe wichtig: Auch das angrenzende Pflaster muss zwingend wasser- und luftdurchlässig ausgeführt werden. Berücksichtigen Sie diese Anforderung bei der Auswahl des Belags und beim Aufbau der befestigten Fläche.
Wird der Boden rund um den Baum dagegen dicht versiegelt, verschlechtern sich seine Wachstumsbedingungen erheblich. Die Bäume können infolge der unzureichenden Versorgung verkümmern. Zudem besteht die Möglichkeit, dass oberflächennahe Wurzeln das Pflaster im Laufe der Jahre anheben. Eine ausreichend große Baumscheibe und eine durchlässige Gestaltung der angrenzenden Terrassenfläche sind daher wesentliche Voraussetzungen für die Pflanzung.
Ihre Frage nach möglichen Schäden an Fundamenten oder Keller lässt sich allein anhand des acht Meter breiten Zwischenraums nicht abschließend beantworten. Die Empfehlung für die genannten Gehölze und die offene Baumscheibe stellt deshalb keine pauschale Zusicherung dar, dass Gebäudeschäden ausgeschlossen sind.
Viele Grüße,
Maria Ketteler-Droste
Vom Team der Baumschule NewGarden
