Ihre Anfrage:
Liebes New-Garden-Team,
wir haben vor unserem Zaun eine recht breite Stützmauer, die ungefähr 40 cm tief ist. Nun überlegen wir, dort Fertighecken in den vorhandenen PVC-Behältern direkt auf die Mauer zu stellen, sodass die Elemente einfach nebeneinander angeordnet werden und sofort einen Sichtschutz bilden. Ist das grundsätzlich möglich, oder müssen solche Fertigheckenelemente zwingend in den Boden beziehungsweise in ein richtiges Pflanzbeet eingepflanzt werden, damit sie dauerhaft gesund bleiben?
Vielen Dank für Ihre Hilfe,
Eine Kundin der Baumschule NewGarden
Unsere Antwort:
Sehr geehrte Kundin,
das reine Aufstellen von Fertigheckenelementen in PVC-Behältern auf Ihrer Stützmauer ist aus fachlicher Sicht leider keine geeignete Dauerlösung. Auch wenn diese Variante auf den ersten Blick praktisch erscheint, weil die Elemente direkt nebeneinandergestellt werden können und sofort einen gewissen Sichtschutz bieten, entstehen für die Pflanzen langfristig deutliche Probleme.
Ein wichtiger Punkt ist die starke Erwärmung der PVC-Behälter im Sommer. Gerade wenn die Stützmauer und die Gefäße über längere Zeit der Sonne ausgesetzt sind, können sich die Behälter sehr stark aufheizen. Diese Hitze wird direkt an den Wurzelbereich weitergegeben. Die Wurzeln liegen in einem solchen Gefäß wesentlich ungeschützter als bei einer Pflanzung im Erdreich. Dadurch kann es zu Hitzestress kommen, im ungünstigsten Fall sogar zum Absterben feiner Wurzeln. Da diese Feinwurzeln für die Wasser- und Nährstoffaufnahme besonders wichtig sind, kann die Hecke dadurch nachhaltig geschwächt werden.
Auch im Winter ist die Situation problematisch. Bei einer normalen Pflanzung im Boden schützt die umgebende Erde den Wurzelballen vor starken Temperaturschwankungen und vor vollständigem Durchfrieren. In einem PVC-Behälter auf einer Stützmauer fehlt diese natürliche Isolierung weitgehend. Der Wurzelballen ist der Kälte deutlich stärker ausgesetzt und kann bei Frost komplett durchfrieren. Das stellt für die Pflanzen ein erhebliches Risiko dar, da die Wurzeln geschädigt werden können und die Hecke im Frühjahr möglicherweise nicht mehr zuverlässig austreibt.
Hinzu kommt, dass die Wasserversorgung in solchen Behältern schwieriger zu steuern ist. Im Sommer trocknet der Wurzelballen schneller aus, während im Winter oder bei starken Niederschlägen Staunässe entstehen kann, wenn der Wasserabzug nicht optimal funktioniert. Beides kann die Vitalität der Pflanzen beeinträchtigen.
Für eine dauerhafte und gesunde Entwicklung sollten Fertighecken daher möglichst fachgerecht eingepflanzt werden. Ideal ist ein ausreichend großer Pflanzraum mit geeignetem Boden, guter Drainage und genügend Platz für die Wurzelentwicklung. Nur so können die Pflanzen stabil anwachsen, sich langfristig versorgen und dauerhaft einen dichten, vitalen Sichtschutz bilden.
Kurz gesagt: Für eine vorübergehende Präsentation oder sehr kurzfristige Lösung mag das Aufstellen in den PVC-Behältern möglich sein. Als dauerhafte Lösung auf einer Stützmauer ist es jedoch nicht empfehlenswert. Die Fertighecken sollten besser eingepflanzt werden, damit die Wurzeln vor Hitze, Frost und Austrocknung geschützt sind.
Viele Grüße,
Maria Ketteler-Droste
Vom Team der Baumschule NewGarden
