Ihre Anfrage:
Liebes New-Garden-Team,
wir haben im letzten Frühjahr einen Kugel-Feldahorn /
Acer campestre ‘Nanum’ in unseren Garten gepflanzt und müssen nun feststellen, dass sich weißer Belag an den Blättern ausbreitet. Woran kann es liegen, dass gerade dieser junge, zarte Ahorn von Mehltau befallen wurde? Welche Faktoren begünstigen die Erkrankung, und mit welchen Maßnahmen lässt sich ein erneuter Befall in den kommenden Vegetationsperioden vermeiden?
Vielen Dank für Ihre Antwort!
Ein Kunde der Baumschule NewGarden
Unsere Antwort:
Sehr geehrter Kunde,
der Gartenahorn Acer campestre ’Nanum’ ist – wie viele Ziergehölze – in seiner Jugend besonders empfindlich gegenüber pilzlichen Infektionen. Mehltaupilze proliferieren vor allem bei warmen Temperaturen um 20–25 °C und hoher Luftfeuchtigkeit, wie sie nach längeren Regenperioden oder in schattigen Ecken entstehen. Junge Bäume haben noch kein flächig ausgebildetes Wurzelnetz und weniger Blattmasse, sodass sie Wasser und Nährstoffe weniger effizient transportieren. In dieser Wachstumsphase ist ihre natürliche Abwehr geschwächt und die Oberfläche der frischen Blätter bietet dem Pilz ideale Haftbedingungen.
Die Behandlung eines akuten Befalls sollte zügig erfolgen: Entfernen Sie zunächst alle stark befallenen Blätter, bevor Sie Sporen in der Umgebung verteilen. Anschließend bewährt sich der Einsatz eines breit wirksamen Fungizids (zum Beispiel auf Schwefel- oder Triazolbasis wie Fungisan), das Sie gemäß Herstellerangaben genau dosiert und wiederholt anwenden. Da im Spätherbst viele Pflanzen ihr Laub abwerfen, empfiehlt es sich, abgefallenes, befallenes Laub gründlich aufzusammeln und über den Restmüll zu entsorgen – dadurch unterbrechen Sie den Vermehrungszyklus der Pilzsporen.
Für eine nachhaltige Vorbeugung stärken Sie Ihren Acer mit einem ausgewogenen Nährstoffangebot: Eine zweimalige Gabe von organischem Dünger, etwa Hornspänen im zeitigen Frühjahr und gegebenenfalls erneut im Frühsommer, fördert kräftiges Wurzelwachstum und ein größeres Blattvolumen. Das sorgt für eine bessere Verdunstung und senkt die Oberflächenfeuchtigkeit der Blätter. Ergänzend sollten Sie:
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Nur an den Wurzelbereich gießen, ohne das Blattwerk zu benetzen.
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Für ausreichend Luftzirkulation sorgen, indem Sie dichte Gehölzgruppen etwas lockern und gegebenenfalls wenige Innenäste auslichten.
Vermeiden Sie Standorte mit ständiger Wassersättigung oder dichter, feuchter Luft – ein sonniger bis halbschattiger Platz mit durchlässigem, humosem Boden ist ideal. So legen Sie den Grundstein dafür, dass Ihr Acer palmatum ’Nanum’ zu einer robusten, gesunden Hecke oder Solitärpflanze heranwächst – und Mehltau in Zukunft keine Chance mehr hat.
Viele Grüße,
Maria Ketteler-Droste
Vom Team der Baumschule NewGarden
