Liebe Gartenfreunde und Hobbygärtner, unsere Serie mit außergewöhnlichen Bäumen für den Garten geht weiter – heute stellen wir die Lauben-Ulme / Camperdown-Ulme / Ulmus glabra ‘Camperdownii’ vor.
Camperdown-Ulme (Ulmus glabra ’Camperdownii’) – Herkunft und Besonderheiten
Diese gezielt kultivierte Form der Berg-Ulme besticht durch ihren charakteristischen Trauerwuchs und eine kompakte Endhöhe von nur 2–6 Metern. Die Sorte entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in der Parkanlage von Camperdown House in Schottland und zählt heute zu den beliebtesten Ziergehölzen für private Gärten. Dank ihrer langsamen Wuchsweise bleibt sie überschaubar und schafft unter ihrem dichten Laubdach an sonnigen Tagen einen kühlen, schattigen Rückzugsort. Gleichzeitig überzeugt sie durch:
- außergewöhnliche Robustheit gegenüber Spätfrösten
- pflegleichte Ansprüche an Boden und Schnitt
- ganzjährigen Zierwert durch Blatt- und Aststruktur
Eine schottische Garten-Rarität
Im Jahr 1835 wurde diese Selektion erstmals in Dundee entdeckt und bald systematisch vermehrt. Unter den Synonymen Camperdown-Ulme oder Lauben-Ulme ’Camperdownii’ ist sie besonders wegen ihrer malerischen Krone bekannt. Kleine Laubbaumliebhaber schätzen das filigrane, waagerecht ausladende Astwerk, das jedem Garten romantische Akzente verleiht. Mehr über vergleichbare Ulmen finden Sie hier.
Berg-Ulme (Ulmus glabra) – Lebenserwartung und Standort
Die Wildform der Berg-Ulme ist in Europa weit verbreitet und gedeiht vor allem in kühlen, feuchten Hängen. Sie erreicht ein Alter von bis zu 400 Jahren und bleibt dabei erstaunlich genügsam. Ihre Widerstandskraft verdankt sie:
- einem tiefreichenden, gut verzweigten Wurzelsystem
- einer Anpassung an kalkarme, humose Böden
Diese Eigenschaften hat die Camperdown-Selektion geerbt und profitiert ebenso von nährstoffreichen, mäßig feuchten Standorten.
Wuchsform und Blattkleid der Camperdown-Ulme
Mit einer sparsamen Höhe von 2–6 m und einer ästhetisch gewölbten Trauerkrone zieht Ulmus glabra ’Camperdownii’ alle Blicke auf sich. Die silbrig-graue Rinde mit feinen Furchen unterstreicht das dunkelgrüne Laub, das im Frühjahr frisch austreibt und im Sommer dichtes Blätterdach bietet. Das breit-eirunde, grob gezähnte Blatt glänzt oben dunkel und zeigt eine hellere Unterseite, die Lichtspiele erzeugt. Anders als viele Ulmen ist das Laub leicht rauh und verleiht dem Baum zusätzliche Struktur.
Herbstliche Farbspiele
Im Oktober verwandelt sich das Blattkleid in warme Gelbtöne und zaubert stimmungsvolle Herbstimpressionen in den Garten.
Blüten und Früchte – Insektenfreund und Samenspender
Bereits ab März erscheinen unscheinbare, bräunlich-violette Blütenrispen, die zahlreiche Insekten anlocken und sie mit reichlich Pollen und Nektar versorgen. Im Sommer entwickeln sich daraus kleine, braune Flügelnüsse, die vom Wind verteilt werden und trotz geringer Eigenständigkeit als natürlicher Nachschub für neue Berg-Ulmen dienen.
Ansprüche an Boden und Klima
Die Camperdown-Ulme bevorzugt einen tiefgründigen, nährstoffreichen und leicht kalkhaltigen Untergrund. Staunässe sollte vermieden werden, während kurzzeitige Überflutungen gut toleriert werden. Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist ideal, um ihr volle Schönheit zu entfalten und ihr Wachstum zu fördern.
Wurzelwerk und Winterhärte
Ein kräftiges Herzwurzelsystem versorgt den Baum zuverlässig mit Wasser und Nährstoffen und macht ihn widerstandsfähig gegenüber Wind und Trockenperioden. Temperaturschwankungen bis –28 °C übersteht er problemlos, wodurch er auch in kühleren Regionen als Ziergehölz empfohlen wird.
Verwendung in Garten und Park
Die Camperdown-Ulme eignet sich sowohl als Solitär in Hausgärten als auch als markantes Element in öffentlichen Anlagen. Ihr romantischer Charakter und die geringen Pflegeansprüche machen sie ideal für Hobbygärtner. Sie bietet das ganze Jahr über:
- Frühlingsfrische im Blattgrün
- Sommerlichen Schattenspender
- Herbstliche Goldnuancen
Im Winter setzt die filigrane Kronenstruktur reizvolle Silhouetten in Szene.
Ulmenholz und traditionelle Nutzung
Abgesehen vom Zierwert liefert die Ulme hartes Holz für Drechslerarbeiten und Möbelbau. In der Naturheilkunde wurden seit dem Mittelalter Rinden- und Blattaufgüsse gegen verschiedene Beschwerden verwendet.
