Laub- und Nadelgehölze

 

Pflanzung am besten direkt nach Lieferung

Im optimalen Prozess wird direkt nach der Anlieferung mit der Pflanzung begonnen. Sollte dieses nicht möglich sein, müssen die Ballenpflanzen an einem windgeschützten Ort gelagert, um vor einer Austrocknung geschützt zu werden.  Am besten werden die Ballen mit Stroh, Tüchern oder Säcken abgedeckt. Handelt es sich hingegen um wurzelnackte Ware, so muss diese umgehend eingeschlagen werden bzw. abgedeckt werden. Anschließend die Wurzeln unbedingt befeuchten und vor Kälte, Sonne und Wind schützen. Bei längerer Lagerung ist bei wurzelnackter Ware ein Einschlagen in den Boden, auch denn es nicht der endgültige Pflanzplatz ist, eingeschlagen werden, um eine Aufnahme von Nährstoffen und Wasser zu ermöglichen.

Vor- und Nachbereitung der der Pflanzstelle

Die Pflanzstelle bzw. Pflanzgrube sollte erst kurz vor der Pflanzung ausgehoben werden, um eine Verfestigung bzw. Vernässung zu vermeiden. Zusätzlich hat es auch den Vorteil, dass man am Tag der Pflanzung sicherlich besser abschätzen kann, wie große das Loch tatsächlich sein wird. Wenn Sie noch frisch aufgefüllten Mutterboden vorfinden, sollten Sie nach dem Aushub das Pflanzloch intensiv wässern und anschließend abtrocknen lassen, so dass sich der Boden setzt. Somit verhindern Sie ein späteres absinken der Pflanzen nach dem Pflanzprozess.
Die Pflanzgrube sollte mindestens 1,5 bis 2 mal so breit sein, wie der Ballen. Zusätzlich empfiehlt es sich den Randbereich zu lockern, so dass zukünftig die frischen Wurzeln leichter greifen können. Sollten diese Faktoren vernachlässigt werden, entsteht ein natürlicher Blumentopfeffekt, der zu einer stauende Nässe im Ballenbereich führt. Gerade Staunässe ist eine der größten Probleme bei der Pflanzung von Laub- und Nadelgehölzen. Sind die Pflanzen auch noch so wenig anspruchsvoll, mit Staunässe kann fast keine Pflanze längerfristig umgehen.Beim Verfüllen der Aushubmasse sollte auf die Reihenfolge geachtet werden. D. h., dass die zuletzt ausgehobene Erdmasse auch erst wieder zuletzt eingebracht wird. Ansonsten kann es zu Vergasungen kommen, welche den reibungslosen Anwuchs merklich behindern.
Faustregel: Den Oberboden nicht tiefer einbringen, als er zuvor beim Aushub entnommen wurde.

Pflanztiefe

Die Grundlage für eine gute Entwicklung und wenig Ausfälle der Pflanzen wird bereits beim Pflanzen gesetzt. Unterlaufen an dieser Stelle Fehler, ist die oftmals die Ursache für eine erhöhte Ausfallquote bzw. eine schlechte Entwicklung der Pflanzen. Wenn bspw. das Pflanzloch zu tief ausgehoben wurde und entsprechend steht die Pflanze tiefer als zuvor in der Baumschule. Im optimalen Fall wird die Pflanze sogar 2-4 cm höher, basierend auf dem vorhandenen Bodenniveau, eingepflanzt. Nehmen Sie sich einfach eine Latte oder eine Pfahl und kontrollieren kurz, ob dies gegeben ist. Einzige Ausnahme in diesem Bereich bilden die Pappeln und Weiden. Hier ist eine Pflanzung auch auf niedrigerem Niveau möglich.
Umgang mit der Wurzelverpackung (Leinen- oder auch Drahtballen)
In der Regel werden große Gehölze heute in Ballierleinen/Jute bzw. in einer Drahtballierung angeliefert. Bitte entfernen Sie diese Materialien „nicht“, sondern setzen die Pflanzen mit dem gelieferten Bindematerial ein. Diese Materialen verrotten in der Regel sehr schnell.
Nach der Platzierung des Gehölzes öffnen Sie den Knoten der Jute per Hand oder Schere und legen diese vorsichtig zur Seite. Wir selbst raten von der Öffnung der Drahtballierung ab (im Gegensatz zu dem ein oder anderen Wettbewerber), da somit die Stabilität und Standfestigkeit des Gehölzes verloren geht. Aufgrund der Tatsache, dass auch die Drahtgeflechte relativ schnell verrotten, können die Wurzeln zeitnah einen unbeschwerten Weg für das neue Wurzelwerk finden.

Schutz vor Verletzungen / Präventionsmaßnahmen

Stammschäden an frisch gesetzten Gehölzen können durch Strahlungs- und Austrocknungsschäden verursacht werden. Um hier präventiv zu agieren, kann man einen Schutz durch Schilfrohrmatten anbringen. Dieses ist allerdings die optimale Lösung und nur für den extrem vorsichtigen Gartenfreund eine weitere beruhigende Vorsorgemaßnahme.

Pflege und Wässerung

In den letzten Jahren hat sich das Aufschaufeln einer künstlichen Gießrinne bewährt. Somit kann gewährleistet werden, dass das Wasser genau über dem Wurzelballen einwirken kann.  Vor und nach der Pflanzung sollte generell das Einschlemmen der Pflanzen erfolgen, so dass ausreichend Wasser vom Wurzelwerk aufgenommen werden kann.
Die Wassermenge kann man leider nicht generell empfehlen. Diese hängt von diversen Faktoren, wie Bodenbeschaffenheit, Winterungsverhältnisse, Jahreszeit u. v. m. ab. Hier gilt es mit Feingefühl und Verstand ans Werk zu gehen, da nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel Wasser der Pflanze Schaden zuführt. Hier können wir nur an den neuen Besitzer appellieren, dass die Pflanze und auch den lokalen Umstände gewissenhaft beobachtet werden, so dass gute Entscheidungen diesbezüglich getroffen werden können.
Besonders bei großkronigen Gehölzen sollte darauf geachtet werden, dass selbst in Regenphasen nur wenig Wasser an die Wurzeln gelangt, da das Laub häufig als eine Art Regenschirm agiert. Auch hier sollte nach längeren Trockenphasen ein Auge auf den Pflanzenzustand geworfen werden.

 

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