02 Februar – Kalter Winter oder schon Frühlingswetter – das Wetter bestimmt die Gartenarbeit

Im Gegensatz zum Januar 2017 war es dies Jahr eher mild und vielerorts waren große Niederschlagsmengen zu verzeichnen, allerdings soll jetzt der Winter nochmal verstärkt in vielen Regionen für Minustemperaturen sorgen. Daher kann man schwer sagen, mit welchem Wetter man jetzt rechnen muss – Flexibilität ist gefragt. Auf der einen Seite sind kalte Temperaturen vorhergesagt, aber ebenso flexibel sollte man auf steigende Temperaturen reagieren können. Ähnlich wechselhaft wie das Wetter sind die Gartenarbeiten, die an die jeweilige lokale Wetterlage angepasst werden müssen. Ob Frostschutz, Bewässerung oder Frühjahrsschnitt – alles ist möglich und selbst erste Pflanzungen können je nach Witterung schon durchgeführt werden.

Bei wärmeren Temperaturen: Rückschnitt von Ziergehölzen & Heckenpflanzen

Wenn der Februar schon vermehrt wärmere Tage bringt, kann man die Zeit kann man für einen „Frühjahrsputz“ in Form eines Rückschnitts nutzen. Die typischen Sommerblüher, wie Schmetterlingsflieder etc., sollten jetzt zurückgeschnitten werden. Auch die meisten anderen Gartenpflanzen haben jetzt die Wachstumsphase vor sich, so dass ein Rückschnitt für diese diesen Pflanzen empfehlenswert ist, damit sie ihre Energie auf die frischen Triebe konzentrieren können. Ein gutes Beispiel ist der Blauregen / Wisteria, denn mit seinem starken Wachstum kann dieser sogar zweimal im Jahr zurückgeschnitten werden: Einmal direkt nach der Blüte und einmal jetzt im Februar, wobei man jetzt darauf achten sollte, dass man die neuen Blütenknospen nicht mit zurückschneidet, denn damit würde man die diesjähige Blüte des Blauregens verhindern nicht.
Die meisten Ziersträucher und Heckenpflanzen können an frostfreien, sonnigen Tagen zurückgeschnitten werden (mindestens sollte die Temperatur höher als -5°C sein, besser ist aber eine Temperatur von mehr als 0°C). Neben den Gehölzen und Heckenpflanzen ist der Februar für Rosen jetzt ein guter Zeitpunkt für einen Rückschnitt. Auch Obstgehölze danken einen jetzt durchgeführten Auslichtungsschnitt mit neuen Trieben als Basis für eine reichliche Ernte.

Alte Blüten & eingetrocknete Früchte entfernen

Neben dem Rückschnitt kann man im Februar ebenso weitere alte Pflanzenteile entfernen, indem man alte Blüten und Früchte herausnimmt. Teilweise hängen an Obstgehölzen noch alte und häufig eingetrocknete Früchte, die genau wie alte Blüten jetzt abgesammelt werden können. Analog zum Rückschnitt ermöglicht dies den Obstgehölzen, die Energie ganz auf die Ausbildung neuer Triebe zu fokussieren. Alte Blüten die man bei den Gartenarbeiten im Februar entfernen kann, findet man insbesondere an Winterblühern, die den Garten in den letzten Monaten mit ihrer Blütenpracht erfüllt haben.

Wenn die Kälte kommt – Winterschutz kontrollieren und für Belüftung sorgen

Für zahlreiche Kübelpflanzen und auch freistehende Gartenpflanzen hat man für den Winter einen Winterschutz installiert, der vor einer starken Verdunstung durch Wind schützen solle (bspw. sorgt ein Pflanzenvlies dafür, dass eine Pflanze in der kalten Jahreszeit weniger Wasser verliert). Diesen Winterschutz sollte man regelmäßig kontrollieren und besonders an wärmeren Tagen ruhig mal entfernen. So verhindert man Fäulnis unter dem Winterschutz, falls sich dort zu viel Feuchtigkeit gesammelt hat. Besonders wenn der Winterschutz sehr dicht ist und gar keine Luft zirkulieren kann, kann es zu Fäulnis kommen, die durch eine warme und feuchte Witterung noch gefördert wird

Bei strenger und trockener Kälte verhindert Bewässerung Schäden durch Frosttrocknis

Wie eigentlich im gesamten Jahr über begleitet das Thema Bewässerung den Hobbygärtner auch im Februar. Langandauernde und trocken Kälte birgt die Gefahr von Frosttrocknis. Wenn dann noch die ersten frühlingshaften Tage dabei sind und die Sonne durchkommt, sollte man besonders auf eine passende Bewässerung achten. Durch die Sonne kann viel Wasser verdunsten, aber die Pflanzen können aus dem gefrorenen Boden nicht ausreichend Flüssigkeit beziehen und so drohen auch im Winter Trockenschäden (ca. 90% der Probleme im Winter haben als Ursache einen Wassermangel und nicht, wie häufig vermutet, ein „Erfrieren“ der Pflanzen). Besonders Kirschlorbeer, Buchsbaum, Rhododendron etc. – also Gartenpflanzen mit viel Grünmasse in den Wintermonaten – sind hier betroffen und milde Witterungsperioden sollten daher zur Bewässerung der Gartenpflanzen genutzt werden.

Wenn es im Februar noch schneien sollte – Schnee von immergrünen Pflanzen entfernen

 

Bambus Fargesia Muriela Jumbo

Auf Bambus-Pflanzen kann sich im Winter viel Schnee sammeln

Schnee ist auch im Februar keine Seltenheit. Je nach Region kann es häufig zu starken Schneefällen kommen und der Schnee kann über viele Tage und Wochen liegenbleiben. Insbesondere immergrüne Gartenpflanzen haben dann mitunter eine große Schneelast zu tragen, was zum Abbrechen von Ästen oder Trieben führen kann. Der Schnee (gerade bei großen Schneemengen bzw. sehr feuchtem Schnee) sollte entsprechend regelmäßig von großen, immergrünen Gartenpflanzen entfernt werden. Insbesondere Bambus, Kirschlorbeer, Zypressen, Thuja und Eiben sollte vom Schnee befreien, denn diese Gehölze können aufgrund der Wuchsform wie eine Art Schirm wirken.
Sommerblüher sollte man bei Schnee ebenfalls immer gut im Auge behalten. Zwar haben sie keine Grünmasse mehr im Winter, aber das Holz der Sommerblüher ist im Winter sehr brüchig und so können schon geringe Schneelasten zum Abbrechen von Trieben oder Ästen führen.
Nicht nur Schneefall, sondern auch wenn der Schnee liegen bleibt und die Temperaturen wieder steigen, sollte man die Schneelast im Auge behalten. Dann zu diesem Zeitpunkt erhöht sich die Schneelast durch die Feuchtigkeit des Schnees und die Pflanzen müssen ein Vielfaches des normalen Schneegewichts tragen, so dass dann sich die Gefahr erhöht, dass Äste oder Triebe von den Pflanzen abbrechen!
Auch bei Rasenfläche sollte man einige Dinge beachten: Den Rasen sollte man bei Schnee so wenig wie möglich betreten. Jedes Betreten verdichtet den Schnee und unter dieser extrem dichten Schneedecke können sich Rasenkrankheiten ausbreiten oder die gefrorenen Grashalme abbrechen.

Ebenfalls im Februar möglich – die erste Frühjahrdüngung

Clematis / Waldreben

Clematis / Waldreben gehören zu den Starkzehrern und freuen sich über eine Düngung

Viele Gartenpflanzen haben einen sehr großen Nährstoffbedarf. Ob Clematis, Prachtstauden oder auch Rosen – diese und viele andere Gartenpflanzen benötigen besonders viele Nährstoffe im Laufe des Jahres und daher kann eine frühe Düngung vor dem ersten Austrieb ein gutes Reservoir für diese „Starkzehrer“ bilden. Zahlreiche organische Dünger wie Kompost (auch der aus dem Herbstlaub entstandene Kompost) und Hornspäne bieten sich hier an, um Rosen, Clematis und Prachtstauden mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und mit voller Energie in die Wachstumsphase zu schicken.

Pflanzungen planen evtl. schon durchführen

Je nach lokaler Witterung kommt die Sonne im Februar so kräftig und langanhaltend durch, dass die ersten Neu-Pflanzungen für den Garten geplant und auch schon durchgeführt werden können. Gerade in milden Regionen, wie bspw. den Niederrhein-Tal oder stark urbanisierten Umgebungen können jetzt die ersten Gartenpflanzen in den Boden gebracht werden. Bspw. Stauden sind hier zu nennen, die schon sehr früh ausgepflanzt werden können.

 

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