01 Januar – Rückschnitte, Umpflanzungen & Schneelast entfernen

Wie auch im Jahr zuvor hat sich der Dezember eher mit milden Temperaturen gezeigt, allerdings lehrt die Vergangenheit auch, dass der richtige Winter mit eisigen Temperaturen noch kommen können. Daher sollte man neben den Planungen für das Früjahr auch die Zeit im Januar nutzen, um die ein oder andere Gartenarbeit durchzuführen. Und wenn der Winter kommen und Schnee fällt, sollten man gerade die immergrünen Gartenpflanzen von der Schneelast befreien, um ein Abbrechen von Ästen und Trieben zu vermeiden, so dass man auch jetzt in der etwas ruhigen Zeit noch genug im eigenen Garten zu tun hat. Gleichzeitig müssen einige frisch gepflanzte Gartenpflanzen (die im Herbst gepflanzt wurden), die eigentlich winterhart sind, im ersten Winter vor zu strenger Kälte geschützt werden – so wie bspw. der Gartenbambus

Neu gepflanzter Bambus sollte vor extremer Kälte geschützt werden

Garten-Bambus gilt als extrem frosthart und kommt auch mit einer Kälte von -20°C oder noch tieferen Temperaturen gut zurecht, so dass Bambus bei vielen Gartenfreuden und Hobbygärtnern eine beliebte Garten- und Heckenpflanze ist, die für nahezu jede Region Deutschlands gut geeignet ist. Gleichzeitig ist Bambus pflegeleicht und wenig anfällig für Krankheiten – zwei weitere Faktoren, die Bambus attraktiv machen. Einen Überblick über Pflanz- und Pflegetipps vom Bambus finden Sie hier. Ist Bambus aber gerade erst frisch gepflanzt worden, sollte dieser im ersten Winter einen Winterschutz bekommen, der ihn vor frostigen Winden schützt, die diesen sonst stark austrocknen würden. Junger, gerade erst eingepflanzter Bambus hat noch kein ausgeprägtes Wurzelwerk (insbesondere bei Ballenware), so dass die Wasserversorgung (die im Winter bei vielen Pflanzen schon problematisch ist) für den Bambus doppelt schwer wird. Mit einem passenden Winterschutz und einer Wässerung bei offenem Wetter übersteht aber auch junger Bambus den Winter schadlos. Hier gibt es Tipps zum Winterschutz von Gartenpflanzen.

Wässerung von (immergrünen) Gartenpflanzen

Prunus laurocerasus 'Caucasica' / Kirschlorbeer 'Caucasica'

Prunus laurocerasus ‚Caucasica‘ / Kirschlorbeer ‚Caucasica‘ – sollten auch im Winter gewässert werden

Nicht nur beim oben angesprochenen Bambus, sondern auch bei vielen anderen Gartenpflanzen sollte auf eine ausreichende Wässerung während des Winters und somit auch im Januar geachtet werden. Wie in den vorherigen Monaten bereits erläutert gilt auch jetzt, dass besonders immergrüne Gartenpflanzen und Gehölze an frostfreien Tagen Wasser benötigen. An sonnigen Wintertagen wird über die Grünmasse relativ Wasser verdunstet, was immergrüne Blattgehölze am stärksten betrifft (Beispiele hier sind Kirschlorbeer, Bambus, Buchsbaum, Rhododendron etc. – alles immergrüne Gartenpflanzen, die über viele Blattgrün verfügen, über das im Winter Wasser verdunstet wird). Milde Perioden im Winter sollten daher zum Gießen der Gartenpflanzen genutzt werden, um diesen Pflanzen zu ermöglichen, dass sie ihren Wasserhaushalt ausgleichen.

Der Weihnachtsbaum ist ein idealer Kälteschutz

Nach den Weihnachtstagen, spätestens aber Anfang Januar haben viele Weihnachtsbäume ausgedient und wer keinen Weihnachtsbaum mit Wurzelballen hat (den man jetzt auspflanzen könnte), sondern den klassisch geschlagenen Weihnachtsbaum, muss diesen nun entsorgen. Vielerorts werden zwar Abholungen organisiert, doch das ist eigentlich viel zu schade, denn die Zweige vom Weihnachtsbaum eignen sich immer noch sehr gut als Isolationsschicht für diverse Gartenpflanzen. Mit den Zweigen können Sie bspw. empfindliche Rosen oder Stauden vor der Kälte schützen. Auch die Wurzeln des oben angesprochenen Bambus kann man so vor Kälte schützen.

Milde Temperaturen im Januar – Zeit für Rückschnitt, Fällungen & Umpflanzungen

Wenn im Januar noch milde Temperaturen über Null herrschen, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um verschieden Arbeiten an Großgehölzen wie Bäumen etc. durchzuführen. Gerade bei Obst- oder Zierbäumen kann man an frostfreien Tagen im Januar gut einen Rückschnitt durchführen, so dass diese Gehölze im Frühjahr direkt die gesamte Energie auf den neuen Austrieb fokussieren können und hier eine gute Ernte in Aussicht steht. Bei sehr niedrigen Temperaturen (weniger als -3 bis -5°C) sollte man allerdings keinen Rückschnitt der Gehölze vornehmen, denn sonst kann es passieren, dass die Zellen an den frischen Schnittstellen gefrieren und platzen. Die Folge wären offene Wunden an den Bäumen, die immer ein potenzielles Einfallstor für Bakterien oder andere Baumkrankheiten darstellen. Wie bei jedem Rückschnitt sind passende Gartengeräte wichtig: Saubere Schnitte sind mit scharfen und exak arbeitenden Gartengeräten am besten möglich, so dass man hier auf Qualität achten sollte. Stumpfe und unsauber arbeitende Gartengeräte sorgen für Quetschungen, die wiederum ein Angriffspunkt für Bakterien sein können.

Neben den alljährlichen Rückschnitten kann man im Januar auch größere Maßnahmen wie bspw. Fällungen oder Umpflanzungen vornehmen. Gerade Laubgehölze sind jetzt vergleichsweise einfach zu roden, weil sie das Laub verloren haben. Die meisten anderen Gartenpflanzen sind jetzt ebenfalls in der Winterruhe, so dass herabstürzende Äste nur wenig oder keinen Schaden an den umherstehenden Gartenpflanzen anrichten können – ganz anders als im Sommer, wenn der Garten in voller Pracht steht.
Sollen Gehölze oder andere Gartenpflanzen nicht gleich gefällt, sondern einfach nur an einen neuen Standort umgepflanzt werden, ist dies im Januar ebenfalls sehr gut möglich. Hier sollte man allerdings den Wetterbericht im Auge behalten: Naht eine Kaltfront mit frostigen Temperaturen, sollte bereits man den Vortag nutzen, um sowohl den Baum mit einem großen Wurzelballen auszustechen und das neue Pflanzloch auszuheben, denn dann kann man die fallenden Temperaturen für sich arbeiten lassen. Durch den Frost friert der Wurzelballen gut durch und muss nicht mehr mit einem Vlies umwickelt werden – die Erde ist ja festgefroren. Das Gehölz kann man mit dem gefrorenen Wurzelballen in das neue Pflanzloch gestellt werden und dann einfach entsprechend mit Erde etc. wieder auffüllen. Sobald es die Temperatur wieder über Null sind, sollte der Baum am neuen Standort ordentlich eingeschlämmt werden, damit sich das Gehölz gut akklimatisieren kann.

Bei starken Schneefällen sollten Ziergehölze und immergrüne Pflanzen von der Schneelast befreit werden

Die letzten Jahre haben es häufig gezeigt: Weihnachten war eher grün statt weiß, dafür kam der Schnee aber großflächig im Januar und Februar. Bei starken Schneefällen benötigen gerade Ziergehölze und immergrüne Gartenpflanzen, die auch im Winter die Grünmasse behalten, besondere Aufmerksamkeit. Für den Schnee können die Blättern und Nadeln an den immergrünen Gartenpflanzen wie eine Art Schirm wirken, der viel Schnee auffängt und so zu einer hohen Gewichtsbelastung führen. Wird diese Schneelast zu groß oder sind die Pflanzen aus anderen Gründen bereits geschwächt, können immergrüne Garten- und Heckenpflanzen sogar auseinanderfallen, wobei hier besonders Taxus (Eibe), Thuja (Lebensbaum) und Zypressen verschiedener Sorten davon betroffen sein können.
Daher sollte man die insbesondere die immergrünen Gartenpflanzen regelmäßig entlasten, wenn es innerhalb kurzer Zeit zu vergleichsweise starken Schneefällen kommt. In Gebieten, die über längere Zeiträume mit großen Schneefällen rechnen können (bspw. in höhergelegenen Regionen), ist auch das Einwickeln von immergrünen Gartenpflanzen / Heckenpflanzen eine Alternative und erspart das ständige Entfernen des Neuschnees. Hierzu kann man diese einfach mit einer Bastmatte einwickeln, so dass nicht mehr ganz so viel Schnee auf den Pflanzen liegen bleiben kann und gleichzeitig werden Taxus, Thuja etc. durch die Bastmatten noch stabilisiert. In den meisten flacheren Regionen reicht aber auch das regelmäßige Entfernen des Schnees.
Neben den immergrünen Pflanzen besitzen einige Ziergehölze (häufig Sommerblüher) ein relativ brüchiges Holz, das schon unter geringer Schneelast brechen kann. Um auch die Sommerblüher vor Schäden durch herabgefallenen Schnee zu bewahren, sollten auch diese Ziergehölze von großen Schneemassen befreit werden.

Heckenpflanzen vor Streumitteln / Streusalz schützen

Da Hecken häufig an Straßen oder Gehwegen stehen, kann es hier bei Schnee und Eis zu Problemen mit Streumitteln kommen. Die Straßen und Gehwegen werden durch den Winterdienst mit verschiedenen Streumitteln (Sand, Salz etc.) eis- und schneefrei gehalten. Auch wenn reines Streusalz fast nirgendwo erlaubt ist, handelt sich beim dem verwendeten Streugut oftmals um eine Mischung aus Sand und Salz. Um die umstehenden Pflanzen vor diesen Streumitteln zu bewahren, kann man sie mit einem kleinen Erdwall davor schützen, denn durch diesen Erdwall kann das Streugut die Wurzeln der Pflanzen nicht so einfach erreichen. Zur Befestigung dieses Walls können dort auch salzverträgliche Pflanzen gesetzt werden, denen das verwendete Winter-Streugut Nichts ausmacht.

 

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