Tipps zum Einpflanzen von wurzelnackten Heckenpflanzen

Wurzelnackte Heckenpflanzen (häufig auch Wurzelware genannt) gehören zu den günstigsten Möglichkeiten, eine Hecke zu pflanzen oder wieder aufzuforsten. Im Gegensatz zu häufig genutzten Ballenware oder Containerpflanzen, werden die wurzelnackten Heckenpflanzen mit nackter Wurzel geliefert – also ohne einen schützenden Erdballen um das Wurzelwerk (die Unterschiede der verschiedenen Wurzelverpackungen werden hier erläutert).

Wurzelnackt gibt es nur laubabwerfende Heckenpflanzen

Liguster - laubabwerfende Heckenpflanz

Liguster ist bspw. als wurzelnackte Variante verfügbar

Die wurzelnackten Heckenpflanzen sind in der Regel nur von laubabwerfenden Heckenpflanzen wie Rotbuche, Hainbuche, Liguster etc. verfügbar. Immergrüne Heckenpflanzen wie bspw. Thuja, Eibe und Kirschlorbeer werfen ihr Laub nie ab und wenn man diese ohne Erdballen  – also wurzelnackt – verpflanzen würde, würden sie die Verpflanzung nicht überstehen. Im Unterschied zu ganzjährig verfügbarer Containerware und Ballenware, die auch über große Zeiträume im Jahr verfügbar ist, können wurzelnackte Heckenpflanzen erst dann verpflanzt werden, wenn die Pflanzen das Laub abgeworfen haben (im Herbst) oder sie noch gar nicht ausgetrieben haben (im Frühjahr).

Schnell einpflanzen oder zwischenschlagen

Nach dem Kauf bzw. die Lieferung der wurzelnackten Heckenpflanzen sollten diese sehr zeitnah eingepflanzt werden. Aufgrund der freiliegenden Wurzeln können sie kein Wasser oder Nährstoffe aufnehmen, was selbst ohne Blattgrün schnell zu Schäden an der Pflanze führen kann. Im Gegensatz zu Ballen- oder Containerware, die bei entsprechender Wässerung problemlos einige Zeit nicht eingepflanzt überleben, sollte Wurzelware bei Verzögerung des Einpflanzens immer „zwichengeschlagen“ werden: Die Bündel der wurzelnackten Heckenpflanzen werden provisorisch und nur locker eingepflanzt, so dass die Wurzeln wieder in der Erde stehen und gewässert werden können. So kann die Verzögerung problemlos überbrückt werden.

Vorbereiten des Pflanzloches und der Heckenpflanzen

Die Pflanzlöcher bzw. den Pflanzgraben für die Hecke bereitet man im Prinzip genauso vor, wie bei anderen Heckenpflanzen auch – lockerer Boden, evtl. Bodenhilfsstoffe und Kompost für eine ausreichende Nährstoffversorgung bieten eine gute Basis (kein Dünger!). Die Tiefe sollte das 1,5fache der Wurzellänge und ca. das Zweifache der Wurzelbreite betragen – lieber immer etwas mehr als weniger.
Bevor man die wurzelnackten Heckenpflanzen jetzt einsetzt, sollte man diese auch nochmal vorbereiten: Verknickte und beschädigte Wurzeln sollten herausgeschnitten werden, ebenso kann man die Wurzeln auf ca. 25cm kürzen. Danach sollten die Wurzeln für ca. 1h in Wasser getaucht werden, so dass sie sich richtig gut mit Wasser vollsaugen können. Alternativ kann man die frisch gesetzte Wurzelware auch ausgiebig wässern, wobei das Tauchen der Wurzeln vorzuziehen ist.

Vorsicht beim Einsetzen der wurzelnackten Heckenpflanzen

Wenn die so vorbereiten Pflanzen nun eingesetzt werden, sollte das mit großer Vorsicht geschehen. Auf der einen Seite muss man darauf achten, dass die Wurzeln nicht abknicken, auf der anderen Seite dürfen die Pflanzen nicht zu tief stehen – die Pflanze sollte genauso hoch / tief stehen, wie auch in der Baumschule, d.h. die Wurzel sollte direkt mit der Erde abschließen. Ein Tipp: Wenn das Pflanzloch etwas tiefer als die Wurzel ausgehoben wird und die Pflanzen dort eingesetzt werden, stehen sie in der Regel etwas zu tief im Boden. Wenn man Erde um die Pflanze gegeben hat, kann man sie jetzt etwas hochziehen, so dass die Pflanztiefe wieder passt. Wenn eine Pflanze allerdings zu hoch stehen sollte, diese nicht in den Boden drücken, denn dann werden Wurzeln geknickt und beschädigt. Sollte eine Pflanze zu hoch stehen, muss das Pflanzloch von neuem ausgehoben werden!

Angießen & zurückschneiden

Sind die wurzelnackten Heckenpflanzen alle passend eingepflanzt, sollten diese noch ausgiebig gewässert werden. Je nach Witterung muss man gerade in der ersten Zeit auf eine ausreichende Bewässerung achten (allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass die Heckenpflanzen ohne die Grünmasse nicht so viel Wasser verbrauchen wie bspw. immergrüne Heckenpflanzen). Gleichzeitig sollte man nach dem Einsetzen direkt den ersten Rückschnitt vornehmen. Da durch das Verpflanzen viel Wurzelmasse verloren geht, ist ein Einkürzen der Triebe um ca. 25-30% empfehlenswert, damit der Rest von den übrig gebliebenen Wurzeln optimal mit Nährstoffen versorgt werden kann.

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