Krankheiten und Schädlinge von Scheinzypressen / Chamaecyparis

Auch wenn die Scheinzypressen / Chamaecyparis allgemein als robust und widerstandsfähig gelten, gibt es dennoch Schädlinge und Krankheiten, die diese Zypressen befallen können.

Tierische Schädlinge an Scheinzypressen / Chamaecyparis

Borkenkäfer

Eine immer häufiger zu findende Ursache für das Absterben ganzer Scheinzypressen-Büsche ist ein Borkenkäferbefall.

Symptome und Schadbild des Borkenkäfers an Scheinzypressen

Das Schadbild des Borkenkäfers kann auf den ersten Blick auch mit dem von Pilzkrankheiten oder abiotischen Schäden verwechselt werden. Stämme und Äste der Scheinzypressen können zusätzlich durch das bei Borkenkäfern bekannte Brutbild geschädigt werden. Hängen abgestorbene Treibe von ca. 5-20 cm Länge im ansonsten noch gesunden Gehölz, deutet auf einen beginnenden Borkenkäferbefall hin. Diese Triebspitzen und auch die kleinen Zweige von Scheinzypressen sind anfangs gelblich, später dann braun gefärbt.

Vorbeugung und Bekämpfung des Borkenkäfers

Durch einen Reifungsfraß geschädigte Triebe sollten vor dem eigentlichen Käferaustritt entfernt werden. Im Bedarfsfall ist ebenfalls der Einsatz von Insektiziden zur Flugzeit der Käfer empfehlenswert. Bei einem nachgewiesenen Stammbefall sollte die Pflanze entfernt werden, bevor die Käfer im Frühjahr schlüpfen um die weitere Ausbreitung des Borkenkäfers zu vermeiden und benachbarte Pflanzen zu schützen. Gleichzeitig sollte man auf eine regelmäßige, gute Bewässerung der Scheinzypressen achten.

Miniermotte

Ähnliche Schäden wie beim Borkenkäfer entstehen durch Miniermottenbefall an den Scheinzypressen. Hier kann man allerdings bei genauer Betrachtung die ausgehöhlten Triebe mit den schwarzen Kotkrümeln erkennen und so den Unterschied zwischen Miniermotte und Borkenkäfer sehen.

 Symptome und Schadbild der Miniermotte an Scheinzypressen

Die Triebspitzen von Scheinzypressen sind braun verfärbt. Bei genauerer Untersuchung kann man feststellen, dass die geschädigten Zweigspitzen innen hohl gefressen und mit schwarzen Kotkrümelchen gefüllt sind.  Häufig findet man an geschädigten Trieben auch ein kreisrundes Bohrloch.

Vorbeugung und Bekämpfung der Miniermotte an Scheinzypressen

Ein regelmäßiger Schnitt sorgt dafür, dass die Scheinzypressen einen Befall durch Miniermotten ohne Probleme überstehen können. Sollte sich die Intensität des Befalls allerdings stark erhöhen, können Insektizide gegen die Miniermotte eingesetzt werden.

Pilzliche Infektionen an Scheinzypressen / Chamaerycyparis

Triebsterben

Symptome und Schadbild des Triebsterbens an Scheinzypressen
Bei Befall mit dem pilzlichen Erreger des Triebsterbens der Scheinzypressen sind auf abgestorbenen Trieben mit einer Lupe schwarze Pusteln erkennbar, die aus der Pflanzenhaut hervorbrechen. Häufig vergilben und verbräunen die betroffenen Nadelpartien der Chamaecyparis von der Spitze her und bei einem starken Befall verkahlen die Pflanzen häufig von außen nach innen. Eine genaue Bestimmung um welche pilzlichen Erreger es sich handelt, ist schwer zu sagen. Eine genaue Aussage ist nur durch Pflanzenschutzspezialisten möglich.

Phytophthora-Fäule

Schadbild und Symptome der Phytophthora-Fäule

Chamaecyparis lawsoniana 'Columnaris' / blaue Scheinzypresse

Chamaecyparis lawsoniana ‚Columnaris‘ / blaue Scheinzypresse – leidet manchmal unter der Phytophthora-Fäule

Bei einem Befall werden die die Nadeln von Scheinzypressen, vor allem von der Blauen Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana ‚ Columnaris’), heller bzw. färben sich fahl, bis sie letztendlich verbräunen und vertrocknen. Schneidet man die Wurzeln oder die Rinde im Bereich des Stammgrundes seitlich mit einem Messer an, weisen diese Stellen typische, braune Verfärbungen auf. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass das Gewebe der Scheinzypressen hier bereits eingetrocknet und abgestorben ist. Der Bereich zum heller gefärbten, gesunden Gewebe ist deutlich abgegrenzt.

Schaderreger der Phytophthora-Fäule

Die beschriebenen Schadsymptome deuten auf einen Befall mit der Phytophthora-Fäule hin. Eindeutig nachweisen lässt sich diese Pilzerkrankung allerdings nur, wenn Pflanzen im Labor untersucht werden. Besonders gefährdet sind Pflanzen an einem Standort mit Bodenverdichtungen, wo eine Neigung zur Staunässe besteht. Bei Heckenpflanzen ist oft zu beobachten, dass die Erkrankung nach einiger Zeit auf angrenzende Scheinzypressen übergreift.
Das Absterben einzelner Triebe bzw. ein verstärkter Nadelfall können aber auch andere Ursachen haben. Häufig sind sie physiologisch bedingt oder auf länger andauernde Trockenheit zurückzuführen, daher sollte man genau auf die oben beschriebenene Schadbilder und Symptome prüfen.

Vorbeugung und Bekämpfung der Phytophthora-Fäule

Hat sich jedoch ein Befall mit der Phytophthora-Stamm- und Wurzelfäule bestätigt, gibt es leider keine Möglichkeit, befallene Pflanzen zu retten. Erkrankte Scheinzypressen sollten baldmöglichst mitsamt den Wurzeln entfernt werden. Außerdem ist es empfehlenswert, den Boden im Bereich des betroffenen Wurzelballens auszutauschen, da der Pilz dauerhaft im Boden infektiös bleiben kann. Bei einer Neuanpflanzung außerdem darauf achten, dass der Untergrund ausreichend locker ist. Falls nötig, sollte eine Dränage angelegt werden. Weitere Tipps, um Staunässe zu vermeiden, finden Sie hier.
Zusätzlich ist der Einsatz von Fungiziden sinnvoll, um den pilzlichen Erreger zu bekämpfen.

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