Chamaecyparis / Scheinzypresse

Zypressen gehören zu den beliebtesten Gartenpflanzen in Deutschland. Das liegt nicht nur an der Artenvielfalt, sondern auch daran, dass Zypressen sehr pflegeleicht und anspruchslos sind. Somit können sie sogar in einem Industrie- und Stadtklima gut gedeihen und sind selbst für Hobbygärtner ohne viel Erfahrung eine gute Wahl. Auch normale Witterungsschwankungen zwischen Sommer und Winter stören die meisten der robusten Zypressen eher wenig, allerdings kommt es dabei auf die Zypressenart an, den längst nicht alle Zypressen gelten als winterhart.
Besonders hevorzuheben ist die Chamaecyparis lawsoniana ‚Ivonne‘ / gelbe Scheinzypresse Ivonne, die nicht nur durch die gelbe Nadelfärbung unter den sonst oftmals eher grünen Scheinzypressen auffällt, sondern ebenso durch das schnelle Wachstum. Mit eine Zuwachs von bis zu 30cm pro Jahr gehört die Scheinzypresse Ivonne zu den schnellwachsenden Hecken, mit der man innerhalb kurzer Zeit einen tollen Sichtschutz für den Garten erhalten kann.

Scheinzypresse, Bastardzypresse und „echte“ Zypresse

Der Begriff Zypressen umfasst dabei drei Pflanzengattungen: Die Scheinzypresse (botanisch Chamaecyparis), die Bastardzypresse (botanisch Cupressocyparis) und die Zypresse (botanisch Cupressus). Alle drei Gattungen gehören zur die gleichen Pflanzenfamilie der Cupressaceae (Zypressengewächse). In diesem Ratgeber fokussieren wir uns auf die Gattung der Scheinzypressen. Umfangreiche Informationen zur Bastardzypresse findet man hier.
Scheinzypressen / Chamaecyparis werden von vielen Menschen als Friedhofsgewächse und somit als gartenunwürdige Pflanze abgelehnt. Mit diesem Vorurteil wird man der großen und vielfältigen Pflanzengruppe der Scheinzypressen aber nicht gerecht. Sind die Pflanzen richtig eingesetzt kann man mit Scheinzypressen überzeugende Gartenbilder schaffen. Da Chamaecyparis Arten sehr mutationswillig sind, haben die Gärtner und Liebhaber dieser Pflanzengruppe in den letzten 100 Jahren eine beinahe unübersehbare Fülle von Farben- und Formvarianten zusammengetragen. Einige Arten wie z.B. die lawsoniana liefern ein sehr dauerhaftes Holz, das den Angriffen von Insekten und holzzerstörenden Pilzen lange wiedersteht. Die Samen von Chamaecyparis und hier besonders von Chamaecyparis lawsoniana und deren Sorten werden in den Wintermonaten gern von Meisen-Arten, Buchfinken und anderen heimischen Vogelarten angenommen, so dass diese Heckenpflanzen in sogenannten Vogelhecken gerne verwendet werden.
Von den verschiedenen Arten werden ungefähr 4 in unseren mitteleuropäischen Gärten kultiviert. Die meisten entwickeln sich zu mehr oder weniger kegelförmigen Bäumen mit durchgehenden Stämmen und überhängenden Zweigspitzen. Während die männlichen Blüten oft massenweise angesetzt werden und auch sehr attraktiv sein können, sitzen die weiblichen Blüten einzeln und unauffällig an seitlichen Zweigen.

Der optimale Standort für Scheinzypressen / Chamaecyparis

Chamaecyparis / Scheinzypressen lieben einen sonnigen bis halbschattigen windgeschützten Standort. Auch Schatten verträgt sie. An den Boden stellt sie soweit keine besonderen Ansprüche und wächst nahezu auf jedem kultivierten Gartenboden, wenn er nicht zu trocken ist.  Der Boden darf aber auf keinen Fall Staunässe bilden denn darauf reagiert die Pflanze äußert empfindlich. (Tipps, wie man Staunässe vermeiden kann, findet man hier). Am besten entwickelt sich die Scheinzypresse in einem frischen bis feuchten, nährstoffreichen, sandig-lehmigen und gut durchlässigen, lockeren Boden.
Bei uns ist die Scheinzypresse absolut winterhart, allerdings kann sie auf zu trockenen Winterstandorten unter Frosttrocknis leiden. Frosttrocknis ist ein frostbedingter Trockenschaden durch Verdunstung bei Temperaturen unter 0°C. Bei starker Sonneneinstrahlung im Winter und Frühjahr wird die Verdunstung erheblich gesteigert. Im Protoplasma kommt es dabei zu starken Wasserverlusten, die jedoch nicht ausgeglichen werden können, weil das Wasser in den Leitbahnen gefroren ist bzw. eine Wasseraufnahme aus dem gefrorenen Boden nicht möglich ist. Schäden durch Frosttrocknis können auch bei Pflanzen mit hoher Frostresistenz und Frostabhärtung entstehen. Gerade immergrüne Pflanzen wie die Scheinzypressen sind von diesem Problem betroffen.

Die beliebtesten Sorten der Scheinzypresse / Chamaecyparis

Chamaecyparis lawsoniana 'Ivonne' / gelbe Scheinzypresse

Chamaecyparis lawsoniana ‚Ivonne‘ / gelbe Scheinzypresse gehört zu den beliebtesten Scheinzypressen

Bekannte Sorten der Scheinzypresse / Chamaecyparis sind bspw. die Chamaecyparis lawsoniana ‚Ivonne‘ (gelbe Scheinzypresse), die Chamaecyparis lawsoniana ‚Columnaris‘ (blaue Scheinzypresse) oder auch die Chamaecyparis lawsoniana ‚Stardust‘ (Scheinzypresse Stardust).
Chamaecyparis / Scheinzypressen gelten, wie oben bereits angesprochen, als robustes Nadelgehölz für Einzelstellungen und Gruppenpflanzungen in Gärten, Parkanlagen und Friedhöfen. Häufig sind sie auch als Heckenpflanzen in Gärten zu sehen, denn mit einem relativ hohen Jahreszuwachs und dem immergrünen Nadelkleid bieten sie einen guten Sichtschutz über das ganze Jahr hinweg. Alle drei genannten Sorten finden so vielfach Anwendung in deutschen Gärten

Optimale Pflanzzeit der Chamaecyparis / Scheinzypressen

Die Scheinzypresse zählt zu den Nadelgehölzen. Diese Gehölzgruppe reagiert sehr positiv auf eine frühe Herbstpflanzung, denn zu dieser Jahreszeit haben die Scheinzypressen genügend Zeit um noch neue Wurzeln zu bilden (Haarwurzeln) die für die Wasseraufnahme wichtig sind. Außerdem beginnt durch das Wurzelwachstum die Verankerung der Pflanze im Boden. Bei Bodenfrösten ist die Gefahr des „Hochfrierens“ geringer (wenn die Pflanzen vom Frost aus dem Boden gehoben werden nennt man dieses Phänomen Hochfrieren). Die Herbstpflanzung bietet somit einen Wachstumsvorsprung für die Scheinzypresse. Die Pflanze bildet zwar oberirdisch kein Triebwachstum, aber durch den noch warmen Herbstboden wird das Wurzelwachstum stark vorangetrieben. Durch diese Vorleistung im Herbst erhält die Scheinzypresse optimale Startbedingungen für das Frühjahr und wächst gestärkt in den Sommer. Die Scheinzypresse hat von Natur aus ein großes Zeitfenster für die Pflanzung, so dass sie sie auch im Frühjahr (März/ April) und je nach Witterung auch bis Mai gepflanzt werden kann. Jedoch kann es passieren, dass plötzlich einsetzende Hitze und Trockenheit im späten Frühjahr den Zypressen die Anwachsphase erschweren kann. Dann ist ein regelmäßiges und intensives Gießen unumgänglich, um eine ausreichende Wasserversorgung sicherzustellen. Ratsam ist es, dem Boden zu Mulchen das erleichtert den Zypressen das Anwachsen. Der Boden bleibt gleichmäßig feucht und warm.

Düngung der der Chamaecyparis / Scheinzypressen

Je nach Nährstoffgehalt des Bodens benötigt die Scheinzypresse besonders während ihrer Entwicklungsphase eine Düngegabe. Bei gut versorgten Böden reicht unter Umständen auch eine geringe Düngung aus. Deshalb ist es ratsam, eine Bodenuntersuchung bei der LUFA durchzuführen, denn diese gibt dann Auskunft, wie gut der jeweilige Standort mit Nährstoffen versorgt ist und welche Düngung sinnvoll erscheint. Nach einer Herbstpflanzung sollte eine Düngung der Scheinzypressen erst im Frühjahr zu Beginn der Wachstumsphase erfolgen. Hier kann dann mit einem Langzeit Volldünger oder auch einem speziellen Koniferendünger, in dem die wichtigen Spurenelemente enthalten sind, gedüngt werden.
Hochwertige Langzeitdünger bieten eine bequeme und wirkungsvolle Nährstoffversorgung für die Scheinzypressen. Je nach Wirkungsdauer reicht eine einmalige Düngung aus, um den Anfangsbedarf und den Folgebedarf der Scheinzypressen über mehrere Monate zu decken. Ende Juli bis Anfang August sollte die Nährstoffgabe mit Volldünger eingestellt werden. Eine Düngung über diesen Zeitraum hinaus mit stickstoffhaltigen Volldünger könnte dann zu einem Wachstumsschub im Herbst führen. Die dann neu ausgebildeten Triebe können vor dem bevorstehenden Winter nicht ausreifen, bleiben krautig und sind somit frostgefährdet.

Verbräunung von Scheinzypressen / Chamaecyparis

Eine starke Verbräunung, die sichtbar an den Scheinzypressen auftritt, kann vielfache Ursachen haen: Auf der einen Seite könnten die Verbräunung auf Schädigungen, zum Beispiel durch ungünstige Standortbedingungen, Trockenheit oder auch einen Pilzbefall hinweisen (detaillierte Informationen zu Krankheiten und Schädlinge der Scheinzypresse erhalten findet man hier).
Braune Nadeln im Inneren der der Scheinzypressen, gerade bei länger bestehenden Hecken, ist allerdings eine ganz normale und natürliche Erscheinung Die Nadeln der Scheinzypressen erreichen ein gewisses Alter und werden dann abgestoßen. So finden sich im Inneren einer älteren Zypresse die Nadeln, die kein Licht mehr erhalten. Wenn diese Nadeln ein entsprechendes Alter erreicht haben, bleiben sie noch als braune Nadeln haften. Dies ist aber von außen nicht sichtbar, da es vom frischen äußeren Grün verdeckt ist.

Hier finden Sie Informationen zu den häufigsten Krankheiten und Schädlinge an Scheinzypressen / Chamaecyparis und den passenden Gegenmaßnahmen

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