Ligustrum vulgare / Liguster

Der Liguster (Ligustrum vulgare) ist ein wintergrüner heimischer Strauch, der oftmals in Hecken Verwendung findet. Auch wenn er offiziell als laubabwerfende Heckenpflanze gilt, bietet er im Winter, anders als viele andere laubabwerfene Heckenpflanzen, weiterhin einen Sichtschutz – daher auch die Benennung „wintergrün“. Wintergrün bedeutet an dieser Stelle, dass er sein Blattwerk im Winter im Normalfall behält und im Laufe des Frühjahrs neue Blätter ausbildet. Ein Großteil des Sichtschutzes aus dem Sommer sollte daher auch im Winter erhalten bleiben. Der Liguster ist sehr standorttolerant, bevorzugt aber den sommerwarmen, humosen und mäßig trockenen Ton-, Lehm- oder Sandboden. In der Natur er meist auf kalkhaltigen Substratböden zu finden.
Seine Anpassungsfähigkeit an die jeweiligen Bedingungen macht ihn flexibel und an vielen Stellen einsetzbar. Er wächst auch an schattigen Plätzen und ist sehr resistent gegenüber Frost, Hitze und Wind. Liguster wird als Heckenpflanze sowohl freiwachsend verwendet, oder auch mit regelmäßigem Rückschnitt, denn durch seine große Schnittverträglichkeit verzeiht er auch den ein oder anderen Fehler beim Rückschnitt ohne große Probleme.
Der Linguster bildet ein flaches, dichtes Nest feiner Wurzeln, das den Boden eng durchzieht. Im Böschungsbereich oder an Hängen findet er aufgrund dieser Eigenschaft auch als Bodenfestiger häufige Verwendung. Zu beachten ist, dass der Liguster teilweise Ausläufer bildet, so dass es zu einer Standortkonkurrenz zu benachbarten Pflanzen kommen kann.

Auch für die heimische Fauna ist der Liguster eine willkommene Bereicherung: Er wird von Vögeln und Insekten als Futterquelle genutzt. Darüber hinaus bauen Vögel Ihre Nester in den eng verzweigten Ästen des Ligusters. In sehr strengen Wintern dient der Liguster Kaninchen als Nahrungsquelle. Das sichert das Überleben der Tiere, kann aber auch teilweise zu Fraßschäden an den Pflanzen führen.

Optimale Pflanzzeit des Ligusters

Der Liguster wird häufig als wurzelnackte Ware angeboten. Wurzelnackte Pflanzen haben keinen Erdballen, sondern die Wurzeln sind nur leicht mit Erde behaftet. Die Pflanzzeit sollte außerhalb der Vegetationszeit liegen, also ist eine Pflanzung des Ligusters im Frühjahr oder Herbst  empfehlenswert. Der Boden für die optimale Pflanzung sollte dabei unkrautfrei, aufgetaut und abgetrocknet sein (d.h. keine Staunässe ist an der Pflanzstelle vorhanden – wie man Staunässe vermeiden kann, können Sie hier nachlesen). Wenn wurzelnackte Ware nicht sofort nach Lieferung gepflanzt wird, muss das Wurzelwerk immer feucht gehalten werden, um ein Austrocknen zu vermeiden. Längere Lagerung der wurzelnackten Liguster-Pflanzen wird nicht empfohlen, sondern ein Zwischenschlagen ist notwendig, d.h. die Pflanzen werden nur vorübergehend in die Erde gebracht, um die Zeit zur endgültigen Pflanzung zu überbrücken.
Vor Pflanzbeginn sollte man die kräftigeren Wurzeln des Ligusters leicht einkürzen. Dieser Arbeitsschritt gewährleistet eine bessere Wasser- und Nährstoffaufnahme der Pflanze. Damit die Wurzeln sich mit Wasser vollsaugen können, wird der Liguster noch für einige Zeit (10-30 Minuten) in ein Gefäß (Kübel oder Eimer) mit Wasser gestellt. Bei der Pflanzung der wurzelnackten Ligusterpflanzen ist darauf zu achten, dass sie aufrecht in den Boden gebracht werden. Ist der Liguster im Boden, ist gerade bei wurzelnackter Ware eine richtige Wässerung entscheidend für die weitere Entwicklung. Durch das Einschlämmen der Pflanzen werden Hohlräume, die zum Austrocknen der Wurzeln führen, vermieden. Weitere Tipps, was man beim Einpflanzen wurzelnackter Heckenpflanzen beachten sollte, finden Sie hier: Tipps zum Einpflanzen von wurzelnackten Heckenpflanzen.

Containerpflanzen sind im Gegensatz zur wurzelnackten Waren wesentlich leichter zu pflanzen und es gibt kaum Einschränkungen bzgl. der Pflanzzeit, da die Gehölze keinen Wurzelverlust durch Rodung erfahren. Sie können bei entsprechender Pflege und Witterung fast ganzjährig gepflanzt werden.

Wann sollte man Liguster düngen und mit welchem Dünger?

Ein guter Boden ist die Vorraussetzung für die Aufnahme von Dünger und für eine entsprechende Entwicklung der Pflanzen. Eine optimale Pflege des Bodens ist daher unerlässlich für eine gesundes und schnelles Wachstum. Die Aufnahme von Dünger ist im Wesentlichen von der Aktivität der Wurzeln und somit vom Boden abhängig. Den Dünger sollte man im Wurzelbereicht des Ligusters gut verteilen, wobei nur in der Vegetationsphase gedüngt werden sollte (März bis Ende Juli). Dadurch wird der neue Austrieb gut unterstützt und die Pflanze bekommt Kraft für die Wachstumsphase.
Ist der vorhandene Boden bereits nährstoffreich, ist nur wenig Düngung notwendig. Um den Nährstoffgehhalt und pH-Wert des Bodens zu erfahren, empfehlen wir Bodenanalyse bei der landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA). Neben den Bodeneigenschaften wird dort auch eine konkrete Düngeempfehlung gegeben.

Bei der Auswahl des Düngers empfiehlt sich eine Kombination aus organischem und mineralischem Dünger. Basacote oder Osmocote sind organisch-mineralische Mehrstoff-Volldünger mit Langzeitwirkung über mehrere Monate. Damit erreichen Sie mit wenig Aufwand gute Resultate und gleichzeitig sind diese Dünger bedenkenlos in der Handhabung. Im Unterschied zum organischem Dünger, dessen Nährstoffe erst durch Mikroorganismen für die Pflanzen verfügbar werden, sind beim Mineral- oder Kunstdünger die Nährsalze direkt für die Liguster verfügbar. Bei organischem Dünger setzt die Wirkung daher langsamer ein.

Tipps für den richtigen Rückschnitt von Liguster

Liguster Ovalifolium

Liguster – eine schnellwachsende und schnittverträgliche Heckenpflanze

Der Liguster zählt zu den schnell wachsenden Heckenpflanzen. Damit die Ligusterhecke schön dicht wird und einen guten Sichtschutz bietet, empfiehlt es sich zwei Mal pro Jahr einen Rückschnitt vorzunehmen. Zeitpunkt und Termin für den Heckenschnitt richten sich, wie bei allen Heckenpflanzen, nach der Vegetationszeit der Pflanze. Bereits ab Mitte Februar können Ligusterhecken zurückgeschnitten werden. Die Triebe stehen noch nicht im Saft, die Vogelbrutzeit hat noch nicht begonnen und es besteht kaum die Gefahr, angelegte Nester zu zerstören (trotzdem sollte man beim Rückschnitt des Liguster immer auf die Fauna achten).
Nach einer gewissen Regenerationszeit treibt der Liguster ab Mai wieder durch. Der beste Zeitpunkt, den zweiten Rückschnitt am Liguster durchzuführen, ist Ende Juni.
Die optimale Form für den Heckenschnitt ist das sog. Trapezprofil, d. h. die Hecke sollte eine breite Basis haben und nach oben schmaler werden. Durch die schrägen Seitenflächen bekommen auch die unteren Blätter des Liguster genügend Sonnenlicht.

Ist schon lange Zeit kein Rückschnitt mehr durchgeführt worden oder soll eine freiwachsende Hecke wieder in Form gebracht werden (ein sogenanner Radikalschnitt), ist auch das für den schnittverträglichen Liguster unproblematisch. Er verträgt auch starken Rückschnitt sehr gut. Dieser sollte dann allerdings vor Austriebsbeginn (also im Februar bzw. Anfang März) geschehen.

Hier finden Sie Informationen zu den häufigsten Krankheiten, Schädlingen und Problemen am Liguster und den passenden Gegenmaßnahmen.

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