Die häufigsten Fehler beim Einpflanzen von Heckenpflanzen und wie man sie vermeidet

Immer wieder bekommen wir von unseren Kunden besorgte Anrufe, dass sich die Heckenpflanzen nicht optimal entwickeln. Nachdem wir uns hier dann schildern lassen, wie denn die Pflanzung vorgenommen wurde und was danach noch für Maßnahmen zur Pflege der Heckenpflanzen erfolgt sind, zeigen sich sehr häufig ähnliche Ursachen, warum die Heckenpflanzen sich am neuen Standort nicht optimal entwickeln können. Daher haben wir heute die häufigsten Fehler beim Einpflanzen von Heckenpflanzen zusammengestellt und wie man diese ohne viel Aufwand vermeiden kann.

Ballierleinen / Drahtballen wird vor dem Einpflanzen vom Wurzelballen entfernt

Sogenannte Ballenware gehört gerade bei den Heckenpflanzen zu den beliebtesten „Wurzelverpackungen“. Die Pflanzen werden mit einem Erdballen geliefert, der mit einem Ballierleinen und manchmal zusätzlich noch mit einem Drahtgeflecht fixiert wird. Der Sinn dieses Wurzelballens ist es, dass die Pflanze beim „Umzug“ an den neuen Standort möglichst wenige Wurzeln verliert. Viele machen jetzt den Fehler und entfernen das Ballierleinen / Drahtgeflecht und setzen dann die Pflanze erst in das Pflanzloch – im schlimmsten Fall wird sogar noch die alte Erde vom Wurzelballen „abgeschüttelt“. Genau dabei verliert die Heckenpflanze sehr viele, lebenswichtige Mikrowurzeln und der Nährstoff- und Wasserversorgung am neuen Standort wird damit ungleich schwerer.

Tipp: Setzen Sie die Heckenpflanzen mit dem Ballen in das vorbereitete Pflanzloch. Erst dann sollte das Ballierleinen / Drahtgeflecht oben um den Stamm herum aufgeschnitten, aber nicht entfernt werden. Ballierleinen und Drahtgeflecht verbleiben in der Erde und verrotten dort.

Kein Rückschnitt nach dem Einpflanzen von Freilandware

Heckenpflanzen verlieren beim Ausstechen aus dem Anbaufeld immer einen Teil der Wurzelmasse. Bei Ballenware / Freilandware (zu erkennen an der Abkürzung „m. B.“ oder „m. DB.“) muss man davon ausgehen dass zwischen ¼ und 1/3 der Wurzelmasse durch das Ausstechen und den Transport der Heckenpflanzen am neuen Standort nicht mehr zur Verfügung steht (wenn man den Wurzelballen vor dem Einpflanzen aufschneidet, verringert sich dieser Teil noch signifikant => siehe Punkt 1). Entsprechend kann eine Heckenpflanze am neuen Standort auch nur weniger Grünmasse mit ausreichend Nährstoffen und Wasser versorgen, so dass gerade bei immergrünen Heckenpflanzen ein Rückschnitt unabdingbar ist. Anders verhält es sich bei Containerpflanzen. Diese verlieren keine Wurzelmasse und daher kann der Rückschnitt nach dem Einpflanzen hier wesentlich geringer ausfallen und dient eher optischen Beweggründen. Der Rückschnitt sollte dabei analog zur verlorenen Wurzelmasse erfolgen, so dass man bei einer immergrünen Heckenpflanze direkt nach dem Einpflanzen am besten die Grünmasse um 20-25% reduziert. Bleibt dieser Rückschnitt von Freilandware aus, reagieren viele Heckenpflanzen mit einem Verbräunen.
Bei sogenannter Wurzelware bzw. wurzelnackten Heckenpflanzen (zu erkennen an der Abkürzung wn) verhält es sich analog, hier kann die verlorene Wurzelmasse aber noch größer sein.

Tipp: Nehmen Sie direkt nach dem Einpflanzen eine kräftigen Rückschnitt vor. Damit geben Sie den Heckenpflanzen eine Chance, mit der vorhandenen Wurzelmasse die komplette Pflanze ausreichend mit Nährstoffen und Wasser zu versorgen. Schon nach kurzer Zeit wird es Ihnen die Heckenpflanze mit einer kräftig grünen und vitalen Erscheinung danken.

Nicht ausreichend Wasser direkt nach dem Einpflanzen und in der Folgezeit

Besonders in den Anwuchsmonaten brauchen Heckenpflanzen viel Wasser. Direkt nach dem Einpflanzen sollten Heckenpflanzen daher richtig eingeschlemmt werden, aber auch in der Folgezeit haben Heckenpflanzen noch einen erhöhten Wasserbedarf. Was sich banal anhört ist ein Problem, was wir sehr häufig auf den Fotos erkennen können, die uns besorgte Kunden von ihren frisch gepflanzten Hecken zukommen lassen. Den Pflanzen fehlt ganz schlicht ausreichend Wasser. Eine ausschließliche Tröpfchenbewässerung ist bspw. in den ersten Monaten nach dem Einpflanzen nicht genug und dann reagieren die Pflanzen wiederum mit gelben / braunen Blättern oder Nadeln und mit einem eingeschränkten Wachstum.

Tipp: Nicht nur beim Einpflanzen die Heckenpflanzen mit genug Wasser versorgen, sondern regelmäßig richtig wässern (natürlich ohne dabei Staunässe zu erzeugen, denn das mögen die Heckenpflanzen auch nicht). Gerade in Hitzeperioden im Sommer verstärkt darauf achten (da Heckenpflanzen häufig am Rand von Gärten stehen, bekommen sie bei der allabendlichen Wässerung von Rasen und Pflanzen im Garten teilweise nur wenig von dem Wasser ab – hier am besten die Hecke noch einmal unabhängig von den anderen Pflanzen gießen).

Pflanzanleitung wird nicht berücksichtig und keine Rückfragen an uns bei Problemen

Auch wenn es banal klingt, beim Einpflanzen der Heckenpflanzen sollte man am besten unsere Pflanzanleitung hinzuziehen, denn dort sind kompakt die wichtigsten Punkte beschrieben, die man beim Einpflanzen beachten sollte. Genau wie man bei einem technischen Gerät die Betriebsanleitung beim Auspacken und Inbetriebnahme liest, genauso sollte man die Pflanzanleitung beim Einpflanzen der Heckenpflanzen hinzuziehen. Auch wenn ein Gärtner die Pflanzung vornimmt, sollte man diesem Pflanzprozess nicht blind vertrauen, sondern sich vergewissern, dass die in der Pflanzanleitung beschriebenen Punkte von diesem sorgfältig durchgeführt werden.
Nicht zuletzt melden sich viele Kunden häufig sehr spät bei uns, wenn die Heckenpflanzen sich schon über einen längeren Zeitraum nicht wie gewünscht entwickelt haben. Hier gilt: Je früher man sich meldet, desto einfacher kann man den Heckenpflanzen helfen. Mit welch einfachen Maßnahmen man den Heckenpflanzen einen Gefallen tut, steht ja bereits oben. Daher nochmal der Appell: Melden Sie sich rechtzeitig bei uns – wir helfen Ihnen hier gerne weiter.

Tipp: Beachten die beim Einpflanzen der Heckenpflanzen sorgfältig die Pflanzanleitung für Heckenpflanzen, denn mit einer guten Startphase wird die gesamte Entwicklung der Hecke positiv beeinflusst. Wenn es doch zu Problemen kommt, oder Sie Fragen haben, zögern Sie nicht uns anzusprechen. Wir helfen Ihnen hier gerne weiter.

Diese vier Punkte sind die häufigsten Fehler beim Einpflanzen von Heckenpflanzen und wenn man diese berücksichtigt, steht der optimalen Entwicklung Ihrer neuen Hecke nichts mehr im Wege.

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